Am 02.12.53 kam ich als Manfred Faust über dem Schankraum einer bekannten Neu-Isenburger Kneipe zur Welt. Wahrscheinlich erklärt dies auch meine große Verbundenheit mit hessischen Trink- und Schunkelliedern, die ich auch heute, neben dem Blues, noch sehr pflege.
Ende der Sechziger Jahre war es erst mal vorbei mit Schunkeln, mein musikalischer Ziehvater und „Mentor“ Heido nahm mich unter seine Fittiche. Er führte mich schnell in die Geheimnisse und Faszination der Blues- und Beatmusik ein.
Mit einem Kofferradio als Bassverstärker und Heidos nimmermüden Gretsch-Amp begannen wir unsere ersten gemeinsamen musikalischen Versuche. Damit die Spielfreude auch lange anhielt wurde der Gretsch mit einer „Staniolpapiersicherung“ ausgestattet. Obwohl der Verstärker bis zum Platzen malträtiert wurde, gab er niemals seinen Geist auf. Dem frühen Musikertod durch Elektroschock und dem damit verbundenen Übergang ins Musikernirvana ist Heido damals nur knapp entgangen.
John Mayall, die Spencer Davis Group, Cream und Jimi Hendrix waren unsere Vorbilder und für Martha (Heidos Mutter) war der Lärm aus seinem Zimmer nicht immer Balsam für ihre Ohren.
Bald wurde die erste Band gegründet mit Heido an der Gitarre, Junior Schmidt am Schlagzeug, Tommi K.(Gitarre) und Lumpi? am Bass. Die vollständigen Namen der damaligen Mitstreiter sind mir z.T. leider entfallen. Die Band hieß Chinabreaking - und der Name war auchProgramm: es ging jede Menge von unserem spärlichen Bühnenequipment zu Bruch, außer natürlich Heidos Gretsch-Amp.Ende 1969 gründete sich dann die Formation „Jesus on the Rocks“ mit Stefan Nachtsheim an der Gitarre und dem Schlagzeuger Mui Müller (auch Uiii, juii, juii-Müller genannt - da er den Schunkelliedern auch nicht gänzlich abgeneigt war). Heido hatte mittlerweile zur Bassgitarre in der Band gewechselt. Nach dem Motto „zu einem chaotischem Sänger gehört auch der passende Künstlername“ wurde damals Manni Faust von Stefan Nachtsheim in Barney Baller umbenannt.
Anfang der Siebziger löste sich die Band auf. Was folgte waren verschiedene Formationen, wobei Heido als Gitarrist oder Bassist immer an meiner Seite stand.
In dieser Zeit lernten wir Thomas Beyer, einen Schlagzeuger aus dem Hanauer Hafenviertel kennen. Bis heute bilden wir „Drei“ das Grundgerüst der Barney Baller Band, die sich 1979 mit den beiden britischen Musikern Maurice Nickel (Git) und Rod Beamont (Hammond) gründete.
Schon bald war die Baller Band bei lokalen Festen, in den Musikkneipen der Umgebung und bei kleineren Festivals eine angesagte Gruppe. Auftritte mit Flatsch und Rodgau Monotones standen unter anderem auf dem Programm.
Für Maurice und Rod kamen Anfang und Mitte der achtziger Jahre Tom Knauer (guitar) bzw. Michael Dartsch (keyboards) zur Band.
Tom Knauer wurde dann (1985) durch Rainer Klotz ersetzt, der bis heute der Band treu geblieben ist.
In der heutigen Besetzung spielt die Combo seit Anfang 1994 zusammen, seitdemsorgt Markus Ruffing für die musikalischen Highlights an den Keyboards und der Hammondorgel.
Über all diese Jahre hinweg ist die Band ihren musikalischen Leitbildern treu geblieben, der Rhythm&Blues und die Rockmusik der 70/80er Jahre haben uns am meisten beeinflusst.
Musiker, die hierbei meinen Gesangsstil entscheidend geprägt haben sind:
Steve Winwood, Jack Bruce, Otis Redding, Ray Charles und nicht zuletzt Roger Chapman.
Thomas Beyer, Schlagzeug
Erste musikalische Erfahrungen in einer Schülerband 1970. Keiner, außer einem konnte ein Instrument spielen, geschweige denn beherrschen. Enstprechend waren die musikalischgen Erfolge im Raum Hanau. Danach mit Barney und Heido und anderen 1973 oder 1974 eine Band gegründet, die musikalische Erfahrungen beim Komponieren eigener Stücke sammelte und die einen heute grausen lassen. Trotzdem eine wichtige Zeit für die musikalische Entwicklung. 1973 oder 1974 bei der Molly-Nordend-Band getrommelt.
Für ca. 3 Jahre viele Gigs absolviert und Routine gewonnen. Nach Studium und Job zu zeitintensiv; einige Jobs mit einer Rock´n Rollband und danach und zwischendurch fast immer mit Barney und Heido musiziert.Musikalische Vorbilder (Drums): Jon Hiseman, Ginger Baker, Art Blakey, Steve Gadd. Gern gehörte Bands und Musiker: Aerosmith, Colosseum, B.B. King, van Halen, Barney Baller Band.
Ich kam 1974 durch meinen Bruder Eric Ruffing zur Musik. Die ersten Eindrücke die mein weiteres musikalisches Leben bestimmen sollten waren Jon Lord und Keith Emerson. Bis heute halte ich denn Sound der Hammonorgel für unerreicht. Die Platten "Made in Japan" von Deep Purple und "Tarkus" von ELP sind bis heute meine absoluten Favoriten. In den weiteren Jahren dann Ausflüge in den damals so angesagten Jazzrock. Hier begeisterten mich vor allem Herbie Hancock, Chick Corea, Joe Zawinul, Jan Hammer und George Duke am Fender Rhodes und Synthesizer.
In dieser Zeit spielte ich bei "Sticks, Keys & Strings" mit Hansi Denk am Schlagzeug und Thomas Schwarzer am Bass (heute Quitschboys). Wilde Improvisationen waren angesagt, permanente Sessions mit u.a. Michael Kercher, Ulli Schlemm, Axel Grote, Thomas Liesemann und vielen anderen. Dann in der 80ern das Rhodes und alle alten Keyboards verkauft und zunächst für einige Zeit bei Cha.O mitgespielt. Dann 1987 mit John Keaton, Lexi und Michael Kercher, Roland Meissner, Annika Klar, und Franca Morgano die Popgruppe "Mirage" gegründet. Dort nur noch tolle Digitalsynthesizer gespielt (Würg!). Meine Jazz- und Funkeinflüsse konnte ich trotzdem nicht verleugnen und bin 1994 schließlich bei der Blues-Rock-Formation "Barney-Baller-Band" gelandet. Dort dann jahrelang versucht mit irgendwelchen Synthesizern gescheite Hammond- und Rhodessounds hinzukriegen bis ich, sehr zum Leidwesen meiner Mitmusiker, den ganzen Digitalschrott verkauft habe und mir nach und nach wieder die alten Analogschätzchen zugelegt habe. Für Auftritte greife ich aber meistens auf die heute ganz ordentlichen digitalen Nachbildungen wie die Korg CX-3 Orgel zurück. Manchmal muß es aber sein und dann geht die Hammond mit zum Gig! Genug Helfer zum Tragen vorausgesetzt :-)